13. Leben und Bewußtsein, ein in sich verschränkter Antagonismus
Gestaltaufbau, Gestalterhaltung und Reproduktion durch Fortpflanzung sind aber nicht die einzigen Funktionen dieses Bildekräfteleibes. Er liegt auch den bildgestaltenden Kräften der menschlichen Seele zugrunde und wirkt sich überall dort aus, wo der Mensch in seinem täglichen Verhalten sich selbst zitiert und reproduziert, d.h. in seinen Gewohnheiten und seinen Gedächtnisleistungen. Während dieser Bildekräfteleib von der Empfängnis bis in die Mitte des menschlichen Lebens mit dem Aufbau und der Erhaltung des physischen Körpers des Menschen beschäftigt ist, beginnt er sich ab der Lebensmitte allmählich von dieser Aufgabe abzuwenden und verstärkt dem seelisch-geistigen Wesen des Menschen als Unterlage für dessen Leistungen zu dienen. Dieser Umschwung drückt sich einerseits in der zunehmenden Gebrechlichkeit des Körpers aus wie auch in der zunehmenden Fähigkeit des seelisch-geistigen Wesens des Menschen zur selbständigen Vorstellungsbildung, zur Bildgestaltung, in der sich das seelische Leben von der leiblichen Grundlage emanzipiert. Dieser Sachverhalt macht einerseits deutlich, daß die Lebenskräfte des Menschen engstens mit dem seelischen Leben des Menschen verbunden sind und mit diesem zusammenwirken, daß sich das seelische Leben aber auch vom ätherischen Leben unterscheidet.
